OÖ und Steiermark: Erste gemeinsame Ausschreibung für Forschungsprojekte

von Michael Strugl


Vernetzte Fahrzeugtechnologien und Innovationstreiber wie Leichtbau oder neue Antriebstechniken werden unsere Mobilität in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen. Oberösterreich und Steiermark sind als innovative Regionen schon heute führend in diesen Bereichen und mit einer starken Industrie und Forschungsstruktur bestens auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet. Bereits heute arbeiten die beiden Bundesländer eng zusammen, z.B. bei der Einreichung für das COMET-Zentrum „Pro2Future“ oder im Bereich der Cluster.

Intelligente und sichere Transportsysteme, innovative Antriebskonzepte, Werkstofftechnik und Smart Production sind die Themenschwerpunkte eines gemeinsamen Calls der Bundesländer Oberösterreich und Steiermark zur Förderung von innovativen Projekten im Bereich Mobilität. Durch verstärkte Kooperation der beiden schon heute in diesen Zukunftsfeldern führenden Bundesländer soll Österreich seine Position in diesem Bereich weltweit weiter ausbauen. In dieser österreichweit ersten bundesländerübergreifenden Ausschreibung stehen insgesamt 4 Millionen Euro für kooperative Forschungsprojekte zur Verfügung. Der Call wurde Mitte November 2015 gestartet und läuft noch bis Ende Februar 2016. Er wird über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelt.

Mit dem österreichweit ersten gemeinsamen Call zweier Bundesländer intensivieren Oberösterreich und die Steiermark die Zusammenarbeit in unseren Stärkefeldern Mobilität und Automotive wesentlich. Mit Hilfe einer engen bundesländerübergreifenden Kooperation in Wirtschaft und Forschung wollen wir die die beiden Bundesländer als weltweit führende Mobility-Standorte positionieren.

Oberösterreich und die Steiermark sind im Bundesländervergleich auf dem Automotivsektor stark vertreten: Rund 140.000 Arbeitskräfte in diesem Zukunftsfeld und ein Anteil von 80 % an der gesamten automotiven Wertschöpfung in Österreich sprechen für sich. Weltweit anerkannte automotive Zulieferbetriebe und OEMs (original equipment manufacturer) in Nischen, wie z.B. in Oberösterreich Polytec, voestalpine, AMAG, KTM oder Rosenbauer, treiben Entwicklungen voran und sorgen für Dynamik. Um diesen Kurs beizubehalten, muss für ein innovationsförderndes Umfeld gesorgt werden. Wichtige Erfolgsfaktoren stellen hierbei Zusammenarbeit und Vernetzung dar. Oberösterreich und die Steiermark arbeiten insbesondere im Bereich der Cluster bereits langjährig und eng zusammen. Der Automobil-Cluster der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria und der steiermärkische AC-Styria haben in Summe 500 Mitgliedsbetriebe mit einem Gesamtumsatz von mehr als 35 Milliarden Euro.

Digitalisierung ist die Zukunft. Mit der gemeinsamen Ausschreibung bündeln wir unsere Kräfte und können so die digitale Transformation in der für uns wichtigen Automotivbranche unterstützen. Wesentliche in der Ausschreibung adressierte Themen konnten wir durch erfolgreiche Leuchtturm-Projekte und Initiativen anstoßen, wie zum Beispiel Smarte Mobilität. Smarte Mobilität lässt sich mit Industrie 4.0 im Automobil gleichsetzen. Besonders bei Industrie 4.0 sind Oberösterreich und die Steiermark eng vernetzt. In der produzierenden Industrie gibt es bereits eine Reihe von ersten konkreten Umsetzungsprojekten. Die Ausschreibung rückt nun auch das Thema vernetztes und auch autonomes Fahren in den Fokus. Damit wollen wir das in den heimischen Betrieben und Forschungseinrichtungen vorhandene Innovationspotential im Bereich Mobilität heben.

Die Basis für Oberösterreichs zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik sind Strategische Wirtschafts- und Forschungsprogramme gelegt. So läuft seit Anfang 2014 die Umsetzung des Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms "Innovatives Oberösterreich 2020". Mit einem Gesamtvolumen von 1,35 Milliarden Euro bis 2020 ist es eine Rekordinvestition in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes OÖ. Neu und einzigartig ist der technologiepolitisch moderne Ansatz der Orientierung entlang der Innovationskette Bildung-Forschung-Wirtschaft innerhalb definierter Aktionsfelder. Die Aktionsfelder wurden auf Basis der technologischen Kernkompetenzen in Oberösterreich und der Innovationsorientierung der Wirtschaft in den einzelnen Branchen bestimmt. Damit setzt das strategische Programm auch konsequent die Logik der von der EU stark propagierten Smart Specialization Strategy (S3) um.



Informationen zu Michael Strugl

Dr. Michael Strugl ist Wirtschaftslandesrat des Bundeslandes Oberösterreich.

lr.strugl@ooe.gv.at


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