Regionalität und Internationalität: 350 Jahre Universität Innsbruck

von Tilmann Märk
14.01.2019


Am 15. Oktober 1669 genehmigte Kaiser Leopold I. die Einhebung des „Haller Salzaufschlags“, der Sondersteuer zur Finanzierung einer Tiroler Landesuniversität. Dies war die Geburtsstunde der Universität Innsbruck, denn mit diesem Geld konnte aus dem Jesuitengymnasium eine Universität entstehen. Seitdem ist die Universität Innsbruck eine wesentliche Triebfeder für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Tirols. Mit rund 28.000 Studierenden und 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie heute die größte Bildungseinrichtung in Westösterreich, eine der führenden Forschungsuniversitäten des Landes und prägt die Region. Wir sehen das Jubiläum als einen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft und wollen entsprechend neue Impulse setzen, Öffnung leben, den Austausch mit unseren Partnerinnen und Partnern sowie der Bevölkerung ausbauen und so gemeinsam die Zukunft gestalten. Unsere Universität lebt sowohl von den Menschen, die hier wirken, als auch von ihrem Umfeld: Unsere Geschichte ist daher eng verwoben mit der Geschichte von Stadt, Land und internationalen Entwicklungen.

Das Jubiläum nur als Geburtstag zu begehen und die Vergangenheit hochleben zu lassen, war und ist uns allerdings zu wenig. Ich erwarte mir von diesem Jubiläumsjahr und dessen vielfältigen Veranstaltungen, dass wir die aktuelle wissenschaftliche Kompetenz unserer Universität, das breite Studienangebot und den reichhaltigen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Region sichtbar und erlebbar machen. Daher laden wir die interessierten Menschen in der Region auch ein, dieses Jubiläumsjahr 2019 gemeinsam mit uns zu feiern. Mit einem vielfältigen Jubiläumsprogramm öffnet die Universität ihre Türen, sucht den Austausch mit der Bevölkerung und setzt neue Impulse für die Zukunft. Die meisten Veranstaltungen und Projekte im Jubiläumsjahr entspringen Kooperationen: Viele Angehörige sowie Partnerinnen und Partner der Universität engagieren sich mit kreativen Beiträgen und laden die Öffentlichkeit zum Mitmachen, Mitdenken und Mitdiskutieren ein. Dabei wird die Faszination von Forschung und Wissenschaft in vielen Facetten für alle nachvollziehbar gemacht. Einen großen Höhepunkt bildet das Fest der Wissenschaft, das von 14. bis 16. Juni 2019 rund um die Universitätsstraße in Innsbruck stattfindet. Im Oktober begehen wir den historischen Gründungstag mit einer Festwoche, deren Höhepunkt ein außergewöhnlicher Festakt im Tiroler Landestheater sein wird. Ein großer Uniball, Festkonzerte, die Präsentation der neuen Universitätsgeschichte, viele Ausstellungen, Lesungen, ein umfangreiches Führungsprogramm und zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum stellen die Universität Innsbruck und ihre Leistungen 2019 in den Mittelpunkt.

In diesem Sinne wird außerdem der Campus Universitätsstraße von 20. bis 22. November 2019 zum Diskussionsforum „Zukunft denken“: Die Bevölkerung ist eingeladen, gemeinsam mit Expertinnen und Experten mögliche Szenarien, Denkansätze und Perspektiven für die Zukunft unserer Gesellschaft zu diskutieren. Dabei geht es unter anderem um Verkehr und Raumordnung, die kulturelle und religiöse Vielfalt, Bildung und Arbeitswelt, Klimawandel und Energie. Diese Aufforderung zu verstärkter Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft wird nicht nur den Abschluss des Jubiläumsjahres bilden, sie wirkt auch weit in die Zukunft, soll dieses Forum doch im zweijährigen Rhythmus fortgeführt werden.

Anlässlich unseres runden Geburtstages wünsche ich mir, dass die Universität Innsbruck wie bisher eine starke und kompetente Partnerin für die Region und ihre Menschen bleibt, dass wir unsere Position innerhalb der Top-ein-Prozent aller Hochschulen verteidigen und vielleicht sogar ausbauen können und dass es uns gelingt, unsere Studierenden weiterhin bestmöglich auf die sich immer wieder ändernden Herausforderungen vorzubereiten. Außerdem wünsche ich mir, dass wir uns die akademische Offenheit und den internationalen Blick erhalten, da dies bisher immer der Motor für Innovation war und die Basis für die derzeitige sehr breite Anerkennung in unserer Region und darüber hinaus ist.



Informationen zu Tilmann Märk

Der Autor Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk ist Rektor der Leopold Franzens Universität Innsbruck
http://www.uibk.ac.at/rektorenteam/rektor/

Foto: Gerhard Berger

rektor@uibk.ac.at


Ihr Name


Ihre E-Mailadresse


E-Mailadresse des Empfängers


Nachricht





Kommentare

Derzeit keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.

Kommentar hinzufügen