06.07.2007

Föderalismus Info Sonderausgabe

Das Institut für Föderalismus und die Vorarlberger Nachrichten schreiben einen Föderalismus-Preis aus

Euro 3.000,-- Preisgeld – Bewerbungen und Vorschläge bis Ende August.



„Der Glaube, dass Zentralisierung zu mehr Effizienz führt, ist ebenso weit verbreitet wie falsch. Letztlich sind zentralistische Systeme fast immer bürokratischer, teurer, ineffizienter und vor allem bürgerferner und undemokratischer. Darauf wollen wir mit unserer Initiative aufmerksam machen und Personen oder Initiativen auszeichnen, die sich gegen einen oft unreflektierten Mainstream stellen.“ So erklärt der Direktor des Föderalismusinstituts, Univ.-Doz. Dr. Peter Bußjäger, die Grundüberlegung, die hinter dem neuen Preis steht. Für Dr. Christian Ortner, den Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten, liegt die Motivation, als Medienpartner für diesen Preis aufzutreten, in der langen föderalistischen Tradition und aktuellen Ausrichtung der Zeitung: „Wir haben uns im Interesse unserer Leser immer dafür eingesetzt, dass Entscheidungen bürgernah und transparent fallen. Die Leute haben zu Recht Angst vor anonymen Zentralen, in denen Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden und auf die sie keinen Einfluss haben.“
Der Föderalismus-Preis soll also besonders bemerkenswerte Initiativen zur Förderung und Sicherung des Föderalismus in Österreich bekannt machen und auszeichnen, so Bußjäger und Ortner. Er wird vom Institut für Föderalismus, das von den Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich getragen wird, gestiftet und ist mit einem Preisgeld von 3000,-- Euro verbunden. Er wird jährlich durch eine Fachjury vergeben. Als Vorsitzender dieser Jury wurde der ehemalige Föderalismus-Minister und aktuelle Bundesrats-Vizepräsident Jürgen Weiss gewonnen. Ebenfalls in der Jury vertreten sind Ortner und Bußjäger so wie der Innsbrucker Staatsrechtler Univ.-Prof. Dr. Karl Weber, Dr. Gabriele Böheim von der Verwaltungsakademie Vorarlberg und der oberösterreichische Landesamtsdirektor Dr. Eduard Pesendorfer.
Für den Preis in Frage kommen Personen, Gruppen oder Institutionen, die durch ihre Arbeit oder ihr Ehrenamt Föderalismus fördern und damit einen Beitrag zur größtmöglichen Vielfalt im gemeinsamen Staat leisten. Forschungsinitiativen sind ebenso preiswürdig wie soziales, wirtschaftliches und kulturelles Engagement für den Erhalt oder Ausbau von Gestaltungsmöglichkeiten auf den jeweils untersten möglichen Ebenen des Gemeinwesens.
Bußjäger: „Der Preis soll auch der Bewusstseinsbildung dienen. Föderalismus heißt Bürgernähe und Effizienz. Menschen, die vor Ort Verantwortung übernehmen, die regionale Wünsche und Erfordernisse berücksichtigen, machen eine Gesellschaft lebenswerter und menschlicher.“
Für den Preis kann man sich selber bewerben oder vorgeschlagen werden. Für beide Fälle gibt es ein Formular auf der Homepage des Instituts für Föderalismus zum Download. Einreichfrist ist der 31. August 2007. Anschließend werden die eingereichten Vorschläge von der Jury bewertet und ein Sieger gekürt. Die Verleihung des Preises erfolgt am 11. Oktober in Anwesenheit des Vorarlberger Landeshauptmannes Dr. Herbert Sausgruber.