Föderalismus-Preis 2020 geht an Matthias Haller, Maximilian Fritsch und Melanie Plangger

Der Preis für Föderalismus- und Regionalforschung 2020, ausgeschrieben von den Landtagspräsidentinnen und -präsidenten der österreichischen Bundesländer und Südtirols sowie dem Institut für Föderalismus, wird an Matthias Haller von der Universität Innsbruck, Maximilian Fritsch (Universität Lüneburg) und Melanie Plangger von der Universität Innsbruck verliehen. Die Preisträger konnten sich in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld gegen weitere Bewerberinnen und Bewerber durchsetzen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Föderalismuspreises wurde dieser an drei verschiedene PreisträgerInnen vergeben.


Matthias Haller

Dr. Matthias Haller ist Universitätsassistent am Institut für Italienisches Recht und Mitglied des Forschungszentrums Föderalismus der Universität Innsbruck. Seit September 2020 absolviert er zudem ein einjähriges LLM-Programm am European University Institute (EUI) in Florenz. Zuvor war er mehrere Male als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter sowie als Forschungsstipendiat im Zeitraum Oktober 2017 bis Mai 2018 an der Universität Innsbruck beschäftigt. Seine Dissertation "Südtirols Minderheitenschutzsystem. Grundlagen, Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen aus völker- und verfassungsrechtlicher Sicht" wurde mit dem Preis für Föderalismus- und Regionalforschung 2020 ausgezeichnet. Dabei beeindruckte vor allem der hohe Innovationsgrad der Arbeit durch die Verklammerung von Verfassungs- und Völkerrecht. Überdies werden interessante Überlegungen gerade zu jüngeren Entwicklungen im Hinblick auf das Minderheitenschutzsystem in Südtirol angestellt.

Maximilian Fritsch

Dr. Maximilian Fritsch (Regensburg) hat im Mai 2019 das Promotionsstudium am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht sowie Kartell- und Regulierungsrecht an der Leuphana Universität Lüneburg abgeschlossen. Zuvor absolvierte er ein Studium des Verwaltungsmanagements an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern mit einem Auslandsaufenthalt in Italien sowie das Masterstudienprogramm „Europäisches Verwaltungsmanagement“ an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin mit einem Praktikum am Europäischen Parlament. Seine rechtswissenschaftliche Dissertation „Europa der Regionen – Überlegungen zu einem unionsrechtlichen Begriff der Regionen mit Gesetzgebungskompetenzen anhand eines Rechtsvergleichs“ ist im Frühjahr 2020 im Nomos-Verlag erschienen. Für seine Arbeit erhält er den Föderalismuspreis 2020. Ziel seiner Studie ist es, zu untersuchen, wie ein unionsrechtlicher Begriff von Regionen und deren Gesetzgebungsbefugnissen aussehen könnte. Er vergleicht dabei verschiedene föderalistische und Regionen-Systeme und gibt einen Ausblick darüber, inwieweit ein weiterer Ausbau der Regionskompetenzen möglich wäre. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern einen wertvollen Beitrag zur internationalen Föderalismusforschung.

Melanie Plangger

Melanie Plangger absolvierte von Oktober 2008 bis April 2011 das Bachelorstudium Politikwissenschaft und schloss im Oktober 2018 das Doktoratsstudium der Politikwissenschaften an der Universität Innsbruck ab. Sie sammelte Erfahrungen als Forschungsstipendiatin in Brüssel, an der Universität Trient sowie an der Universität Grenoble. Darüber hinaus absolvierte sie mehrere Praktika, etwa im Europäischen Parlament oder der Regionaldirektion der Tiroler Tageszeitung. Aktuell ist sie als Verwaltungsangestellte im Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Südtirol, Europaregion und Außenbeziehungen tätig. Den Föderalismus-Preis 2020 erhielt sie für die Dissertation: „Moving Mountains to Brussels: how regions act within, shape and benefit from the EU macro-regional strategy for the Alpine region (EUSALP)”. Mit der Einführung der europäischen Regionalpolitik und der Übertragung von Kompetenzen von den Nationalstaaten auf die EU kam es zu einer paradoxen Situation: Während die EU selbst immer „regionaler“ zu werden schien, hatten die Regionen zugleich den Eindruck, immer weniger Stimme auf der europäischen Ebene zu haben. Ihre Arbeit untersucht am Beispiel der EUAlpenraumstrategie, einem grenzüberschreitenden Verbund von sieben Staaten und 48 Regionen, wie die Regionen auf diese paradoxe Situation reagieren.

Ausführliche Zusammenfassungen der preisgekrönten Arbeiten sind im Föderalismus-Blog unter folgenden Links abrufbar:
Südtirols Minderheitenschutzsystem: Grundlagen, Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen von Matthias Haller, 28.09.2020

Überlegungen zu einem unionsrechtlichen Begriff der Regionen mit Gesetzgebungskompetenzen von Maximilian Fritsch, 29.09.2020

Berge nach Brüssel versetzen von Melanie Plangger, 01.10.2020